Instagram-Bio schreiben: Warum deine Besucherin nach 3 Sekunden wieder weg ist

Dein Reel läuft richtig gut, 2.000 Aufrufe, ein paar liebe Kommentare und 35 Frauen klicken sogar auf dein Profil. Am Abend schaust du in deine Statistik und siehst, dass dir genau 1 Person neu folgt. Angefragt hat mal wieder niemand. 🙈

Hast du dich auch schon mal gefragt, was diese 35 Frauen auf deinem Profil eigentlich gesehen haben? Genau da setze ich heute meine Lupe an 🔍, denn beim Thema Instagram-Bio schreiben geht es um viel mehr als um 150 hübsche Zeichen. Dein Profil ist das Schaufenster deines Business und deine Besucherin entscheidet in wenigen Sekunden, ob sie reinkommt oder weitergeht. Ich sage dazu immer gern 3 Sekunden, weil es sich in der Praxis genau so kurz anfühlt.

Das hier ist Schritt 2 auf deinem Weg aus der Insta-Wüste. In Schritt 1 über deine Zielgruppe hast du geklärt, für wen du da bist. Jetzt geht es darum, dass genau diese Frau das auf deinem Profil auch in Sekunden sieht. Ohne Schritt 1 ist eine gute Bio nämlich wie ein wunderschön dekoriertes Schaufenster, bei dem keiner weiß, was es da drinnen eigentlich gibt. 😄

In diesem Beitrag schauen wir uns gemeinsam an, welche 3 Fragen deine Besucherin in den ersten Sekunden stellt, warum dein Namensfeld deine wichtigste SEO-Zeile ist, was in eine gute Bio gehört, wofür deine Highlights da sind und wie du ganz einfach testest, ob dein Profil überzeugt. Nimm dir dein Handy, öffne dein eigenes Profil daneben und lass uns loslegen. 😊

Was passiert in den ersten 3 Sekunden auf deinem Profil?

In den ersten Sekunden beantwortet deine Besucherin unbewusst 3 Fragen: Bin ich hier richtig, was habe ich davon und was mache ich jetzt? Findet sie darauf nicht schnell eine Antwort, ist sie wieder weg.

Mal ehrlich, wie oft bleibst du in einer Einkaufsstraße wirklich vor einem Schaufenster stehen? Meistens läufst du vorbei, dein Blick streift die Auslage und in einem Bruchteil einer Sekunde entscheidet dein Bauch, ob da was für dich drin ist.

Ich kenne das übrigens noch aus meiner Zeit in der Promotion, als ich in Lebensmittel- und Elektromärkten an meinem Stand Produkte vorgestellt habe, direkt am Menschen und mitten im echten Leben. Wenn da jemand mit dem Einkaufswagen vorbeigerollt ist, hatte ich nur ein paar Sekunden. Entweder hat sie auf einen Blick gesehen, dass da was für sie dabei ist, oder sie war schon beim nächsten Regal. 🛒 Auf Instagram ist es genau dasselbe, nur dass der Einkaufswagen heute ein Daumen ist, der weiterscrollt. Diese 3 Fragen laufen dabei in ihrem Kopf ab:

  1. Bin ich hier richtig? Sie will sofort sehen, dass dein Profil für jemanden wie sie gemacht ist.
  2. Was habe ich davon? Sie will spüren, was sich für sie verändert, wenn sie dir folgt oder mit dir arbeitet.
  3. Was mache ich jetzt? Sie braucht einen klaren nächsten Schritt, sonst scrollt sie weiter, auch wenn sie eigentlich interessiert war.

Das Gemeine daran ist, dass niemand diese Fragen laut stellt. Deine Besucherin schreibt dir nicht, dass sie nicht verstanden hat, wofür du stehst. Sie ist einfach weg und du siehst in deiner Statistik nur Profilaufrufe, aus denen nichts wird.

➡️ Dein Reel holt sie vor dein Schaufenster. Dein Profil entscheidet, ob sie reinkommt.

Warum ist dein Namensfeld die wichtigste SEO-Zeile auf Instagram?

Das Namensfeld ist neben deinem Benutzernamen die Zeile, die Instagram bei der Suche durchsucht. Wenn dort steht, wofür du da bist, finden dich genau die Frauen, die danach suchen.

Ein Laden ohne Schild über der Tür hat es ganz schön schwer, selbst wenn das Schaufenster wunderschön ist. Viele Coaches nutzen das Namensfeld nur für ihren Namen, also zum Beispiel „Sabine Müller“. Das ist sympathisch, aber wer auf Instagram nach „Coaching nach Trennung“ sucht, findet Sabine so leider nicht. 🤷‍♀️

Besser ist eine Kombination aus deinem Vornamen und dem Begriff, unter dem deine Wunschkundin dich sucht. Mein eigenes Namensfeld lautet zum Beispiel „Martina | Insta Marketing für Coaches | Vom Like zur Anfrage“. (Fun Fact am Rande: Das Wort „Instagram“ durfte ich da gar nicht reinschreiben, deshalb steht da jetzt ganz lässig „Insta“. 😄)

Wichtig ist, dass du dabei die Worte deiner Wunschkundin nutzt. Sie sucht eher nach „Hilfe nach Trennung“ als nach „systemischer Paar- und Einzelberatung“. Genau hier zahlt sich deine Arbeit aus Schritt 1 aus, denn wenn du weißt, wie sie spricht, weißt du auch, wonach sie sucht.

Welche Felder du in deinem Profil bearbeiten kannst und wie das in der App genau funktioniert, erklärt Instagram übrigens selbst im Instagram-Hilfebereich, falls du beim Umsetzen mal etwas nachschauen möchtest.

Was gehört in eine gute Instagram-Bio?

Eine gute Instagram-Bio holt deine Wunschkundin mit ihren eigenen Worten ab, zeigt ihr, wobei du ihr hilfst, gibt ihr einen Grund zu vertrauen und sagt ihr, was sie als Nächstes tun kann. Dafür hast du 150 Zeichen.

150 Zeichen sind ungefähr so viel Platz wie auf einem Klebezettel, also eher Schaufensterdeko als Lebenslauf. Deshalb hat bei mir jede Zeile ihren eigenen Job:

  • Der Kopfnicker-Satz. Eine Frage oder ein Satz aus ihrem Alltag, bei dem sie denkt: „Das bin ja ich.“
  • Für wen und wobei. Was sich für sie verändert, wenn sie mit dir arbeitet.
  • Der Beweis. Etwas, das Vertrauen schafft, zum Beispiel deine Erfahrung oder Ausbildung.
  • Der nächste Schritt. Ein klarer Hinweis, was sie jetzt tun kann, gern mit einem kleinen Pfeil Richtung Link.

Meine eigene Bio startet zum Beispiel mit „Viele Herzchen, leeres Postfach?“, weil genau das der Satz ist, den meine Wunschkundin abends denkt. In der Grafik siehst du, wie so ein Aufbau bei einer Coachin für Frauen nach einer Trennung aussehen könnte:

Das Gerüst ist schnell erklärt. Die eigentliche Kunst steckt darin, für jede Zeile genau die Worte zu finden, bei denen deine Wunschkundin innerlich nickt. Genau da hilft oft ein Blick von außen.

Ein kleiner Trick noch: In meiner Bio beginnt keine Zeile mit „Ich“. Deine Besucherin will in diesen Sekunden nämlich über sich lesen und darüber, was sie bei dir bekommt. Wenn jede Zeile mit dir anfängt, steht sie automatisch in der zweiten Reihe. 😉

Ganz ehrlich, auch ich feile immer wieder an meiner eigenen Bio. Erst vor Kurzem habe ich eine Zeile nochmal komplett umgeschrieben, weil sie sich für mich einfach abgehackt angefühlt hat. Wenn sich deine Bio also noch nicht rund anfühlt, bist du in allerbester Gesellschaft. 🙈

Welche Fehler in der Bio kosten dich Anfragen?

Die häufigsten Fehler sind Bios, die wie ein Lebenslauf klingen, voller Fachbegriffe stecken oder keinen nächsten Schritt zeigen. Deine Besucherin muss dann selbst herausfinden, was sie bei dir bekommt. Diese Arbeit macht sich kaum jemand.

Erinnerst du dich an ein erstes Date, bei dem dein Gegenüber direkt seinen Lebenslauf runtergerattert hat? Abschluss, Weiterbildungen, die letzten 3 Jobs und du sitzt da und fragst dich nur, wann eigentlich das Dessert kommt. 😅 Genau so fühlt sich eine Bio an, die nur aus Titeln besteht. Diese Klassiker begegnen mir dabei immer wieder:

  • Titel statt Nutzen. „Systemische Coachin, Yogalehrerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie“ zeigt deine Ausbildung, verrät ihr aber nicht, wobei du ihr hilfst.
  • Fachsprache. Begriffe, die für dich selbstverständlich sind, sagen deiner Wunschkundin oft gar nichts.
  • Ein schönes Zitat. Klingt inspirierend, beantwortet aber keine ihrer 3 Fragen.
  • Privates ohne Bezug. „Mama von 2, Hundeliebhaberin, Kaffeejunkie“ ist sympathisch, hilft ihr aber nicht bei der Entscheidung, ob sie bei dir richtig ist.
  • Kein nächster Schritt. Ohne Hinweis auf deinen Link bleibt ihr Interesse einfach in der Luft hängen.

Persönlichkeit darf übrigens unbedingt sein, sie wirkt in deinen Beiträgen und Stories nur viel stärker als in einer Aufzählung in der Bio. Wie ich so gern sage:

Expertise ist austauschbar. Persönlichkeit ist es nicht. ❤️

Wofür brauchst du Highlights auf Instagram?

Highlights sind die Regale in deinem Laden. Sie zeigen deiner Besucherin auf einen Blick, wo sie was findet. Gleichzeitig führen sie sie Schritt für Schritt näher an dein Angebot heran.

Wenn deine Besucherin durch dein Schaufenster reingekommen ist, schaut sie sich als Nächstes um. In einem gut sortierten Laden weißt du sofort, wo was steht (bei der Schokolade wüsste ich es übrigens garantiert innerhalb von 3 Sekunden 😄). In einem Laden, in dem alles kreuz und quer herumliegt, gehst du dagegen ganz schnell wieder raus.

Viele Highlights sind über die Jahre einfach gewachsen. Da heißt eins „Urlaub 2023“, das nächste „Workshop“ und ein drittes besteht nur aus einem Emoji. Das ist völlig menschlich, für deine Besucherin ist es aber eher Wühltisch als Wegweiser. Gut funktionieren meistens 4 bis 5 Highlights, die jeweils einen klaren Job haben, zum Beispiel diese:

  • Starte hier. Wer du bist und für wen du da bist, ideal für neue Besucherinnen.
  • Über mich. Ein bisschen Persönlichkeit, damit sie dich als Mensch kennenlernt.
  • Stimmen. Feedback von Kundinnen, weil Vertrauen am schnellsten über andere entsteht.
  • Angebot. Wie man mit dir arbeiten kann und was der nächste Schritt ist.

Einheitliche Cover in deinen Markenfarben sorgen zusätzlich dafür, dass dein Profil aufgeräumt wirkt, so wie Regale, die zueinander passen. Das Auge deiner Besucherin findet dann viel schneller Halt.

Wo verliert dein Profil die Besucherin auf dem Weg zur Anfrage?

Meistens verliert sie die Orientierung zwischen Bio und Link. Das Reel hat sie neugierig gemacht und die Bio hat ihr gefallen, aber der nächste Schritt ist unklar oder führt ins Leere.

Ich vergleiche das gern mit einer Shopping Mall. Dein Reel ist das Plakat am Eingang, dein Profil das Schaufenster, deine Bio das freundliche Hallo an der Tür und dein Link der Weg zur Kasse. Wenn dieser Weg versteckt ist oder hinter einer Tür mit 12 Schildern liegt, geht deine Besucherin eben wieder, auch wenn sie eigentlich zugreifen wollte.

Genau das passiert oft beim Link in der Bio. Instagram erlaubt zwar mehrere Links, trotzdem gilt: Je mehr Möglichkeiten du anbietest, desto schwerer fällt die Entscheidung. Erinnerst du dich an das Restaurant mit der 12-seitigen Karte aus Schritt 1? Ein Linkbaum mit 12 Buttons fühlt sich genauso an. 😉 Ein klarer Link, der zu genau einem nächsten Schritt führt, ist fast immer stärker.

Wenn du dein Instagram-Profil optimieren möchtest, gehören auch deine 3 angepinnten Beiträge zu diesem Weg. Sie sind das Erste, was deine Besucherin unter der Bio sieht. Deshalb können sie ihr zeigen, wer du bist, was du kannst und was andere über dich sagen.

Ganz oben links wartet außerdem dein Profilbild. Ein freundliches, nahes Foto, auf dem man dein Gesicht gut erkennt, schafft in diesem kleinen Kreis mehr Vertrauen als jedes Logo. Wie ich immer sage: Du bist das Produkt, die Leute kaufen dich. 😊

Wie testest du, ob dein Profil in 3 Sekunden überzeugt?

Am einfachsten testest du dein Profil mit jemandem, der es noch nicht kennt. Zeig es 3 Sekunden lang und frag danach, was hängen geblieben ist.

Falls dir beim Gedanken, dein Profil jemandem zu zeigen, gerade ein bisschen mulmig wird, ist das völlig normal. Es geht dabei um keinen Schönheitswettbewerb, du willst einfach nur wissen, was ankommt. So geht es:

  1. Such dir eine Testperson. Am besten eine Frau, die deiner Wunschkundin ähnlich ist und dein Profil noch nicht kennt.
  2. Zeig ihr dein Profil 3 Sekunden lang. Wirklich nur 3 Sekunden, danach ist das Handy wieder weg. 😄
  3. Stell ihr die 3 Fragen. Für wen ist dieses Profil? Wobei hilft diese Frau? Was würdest du jetzt tun?
  4. Vergleich ihre Antworten mit deinem Ziel. Wenn sie etwas ganz anderes sagt, als du dir wünschst, weißt du, wo du ansetzen kannst.

Sei dabei ruhig auf ein paar Überraschungen gefasst, denn in 3 Sekunden kommt oft viel weniger an, als man selbst denkt. Das ist überhaupt kein Grund zur Panik, es zeigt dir einfach, wo dein größter Hebel liegt.

Wie geht dein Weg aus der Instagram-Wüste jetzt weiter?

Beim Puzzeln kann ich herrlich abschalten und ich finde es jedes Mal cool, wenn aus 1.000 Teilen plötzlich ein Gesamtbild wird. Mit deinem Profil ist es genauso. Profilbild, Namensfeld, Bio, Highlights, Link und angepinnte Beiträge sind einzelne Teile, erst zusammen ergeben sie das Bild, bei dem deine Wunschkundin denkt: „Hier bin ich richtig.“ 🧩

Von außen siehst du dabei oft viel schneller, welches Teil noch fehlt oder an der falschen Stelle liegt. Genau dafür gibt es meinen kostenfreien Profil-Check. Ich finde heraus, wo es bei dir hakt. Dabei zeige ich dir, was deine Besucherin in den ersten Sekunden sieht, an welcher Stelle sie abspringt und welcher eine Schritt das ändert. Bloßgestellt wird dabei niemand, versprochen.

„Ehrliches, wertschätzendes Feedback und viele konkrete Hinweise, wie ich es noch klarer mache.“

Nicole

Wenn du deine Bio danach gemeinsam mit mir umschreiben möchtest, machen wir das in meiner Expertenstunde in 60 Minuten direkt zusammen. Auf dem Weg durch die Wüste geht es dann mit Schritt 3 und deinem Instagram-Content weiter. Da schauen wir uns an, welches Format welchen Job für dich erledigt.

Ich wünsche dir so sehr, dass die nächste Frau, die vor deinem Schaufenster stehen bleibt, direkt die Tür aufmacht und reinkommt. ❤️

Mach dein Profil zum Magneten und hol dir deinen kostenfreien Profil-Check. So siehst du, was deine Besucherin in 3 Sekunden wirklich sieht.

Bleib magnetisch. 🧲


Über die Autorin

Ich bin Martina Rathke, Instagram-Mentorin aus Neuwied bei Koblenz und eigentlich eine echte Kieler Sprotte. 😄 Ich habe Marketing studiert, bin zertifizierte Social Media Managerin (IHK) und habe über 100 Coaches begleitet. Seit über 5 Jahren finde ich gemeinsam mit Coaches und Beraterinnen heraus, wo es zwischen Like und Anfrage hakt. Auf Google stehen dafür 5,0 Sterne aus 33 Bewertungen.

Warum mir das so am Herzen liegt? 4 Jahre lang hatte ich in den USA kein eigenes Einkommen und war finanziell von meinem Mann abhängig. Seitdem weiß ich, wie wichtig eigenes Geld ist, weil es bedeutet, selbst zu entscheiden. Die ganze Geschichte erzähle ich dir auf meiner Über-mich-Seite.